Geschichte der Chinesischen Medizin

Die Anfänge der Chinesischen Medizin verlieren sich im Dunkel der Frühgeschichte, und die Geschichte des Soldaten, der, von einem Pfeil getroffen, durch diese Stichverletzung von einer Erkrankung geheilt wurde und so das Wirkprinzip der Akupunktur entdeckte, wird eine unbeweisbare Legende bleiben.

Chinesische Mauer

Jedoch weisen diese Geschichte und archäologische Funde darauf hin, dass in China bereits ca. 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung die heilende Wirkung der Hautreizung mit spitzen Gegenständen bekannt war und mit Stein- und Knochensplittern „akupunktiert“ wurde. Zunächst im Rahmen schamanistischer Rituale zur Austreibung krankmachender Dämonen benutzt, hat sich die Akupunktur in den folgenden Jahrhunderten zu der systematischen, hochwirksamen Therapiemethode weiterentwickelt, die uns heute die Linderung und Heilung so vieler Erkrankungen ermöglicht.

Auch um den Ursprung der chinesischen Arzneimitteltherapie ranken sich Sagen und Legenden. So wird von einem Bauern erzählt, der eine Schlange vor seiner Behausung erschlagen wollte und nicht verstand, warum sie sich jedes Mal von seinen vermeintlich tödlichen Schlägen erholte. Eines Tages beobachtete er jedoch, wie sich das schwer verletzte Tier immer wieder zu einer bestimmten Pflanze schleppte und davon fraß.

So ist der Überlieferung nach die Heilwirkung von San qi (Radix Notoginseng) entdeckt worden, einer Heilpflanze, die auch heute noch als hochwirksames Mittel bei der Behandlung von Verletzungsfolgen eingesetzt wird.

Bereits während der westlichen Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 8 n. Chr.) wurde dann mit dem Shennong Bencao Jing die erste systematische Abhandlung über die Arzneimitteltherapie veröffentlicht, und viele der 365 dort beschriebenen Arzneien gehören auch heute noch zum Repertoire der Arzneitherapeuten.

Seitdem hat sich die Therapie mit chinesischen Kräuterarzneien fortlaufend weiterentwickelt, und gut ausgebildete Therapeuten sind heute in der Lage, mit dieser Methode auch schwierige und komplizierte Erkrankungen hochwirksam und nebenwirkungsarm zu behandeln.