Ein Lebensmittel ist mehr als die Summe seiner Inhaltsstoffe

In unserer westlichen Ernährungswissenschaft wird genau darauf geachtet, welche lebensnotwendigen Stoffe in den einzelnen Lebensmitteln vorhanden sind, z. B. Eiweiß oder Vitamine. Fehlen diese Stoffe, so erleidet der Mensch einen Mangel und wird krank. Bei unserer guten Ernährungslage kommt ein Mangel allerdings eher selten vor.

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In den letzten Jahren wird jedoch immer mehr die Frage aufgeworfen, ob Lebensmittel vielleicht auch noch andere Inhaltsstoffe haben, die Krankheiten vorbeugen oder sogar heilen können.

Der Gedanke ist nicht neu, jedoch wurde er über Jahrzehnte ignoriert. Menschen mit Wissen über Heilkräuter wurden in unserem Kulturkreis über eine lange Periode verfolgt bzw. als Hexen verbrannt. Es ist nur noch das Wissen über einige so genannte „Hausmittel“ übrig geblieben. So wissen die meisten, dass Rettichsaft gegen Husten hilft, Honig Schleim löst oder eine Zwiebel das Anschwellen nach Wespenstichen verhindert.

Unsere Wissenschaftler gehen inzwischen immer mehr auf die Suche nach Substanzen in unseren Lebensmitteln, den so genannten sekundären Pflanzenstoffen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben. So weiß man heute, dass Substanzen in Kohl eine krebsvorbeugende Wirkung haben und dass Pektin im Apfel die Aufnahme von Cholesterin aus der Nahrung in unseren Körper hemmt. Das ist erst ein Anfang und bekannt ist nur ein Bruchteil der vorhandenen Substanzen. Außerdem wird außer Acht gelassen, dass jedes Lebensmittel viele verschiedene Substanzen enthält, welche ihre Wirkung zusammen entfalten. So ist in Untersuchungen festgestellt worden, dass die meisten Substanzen, wenn man sie isoliert gibt, nicht die gleiche Wirkung entfalten wie nach der Einnahme des gesamten Lebensmittels.

In China dagegen wurde dieses Wissen nicht „verbrannt“, sondern über 2000 Jahre hinweg weitergegeben und vermehrt. Dabei stehen nicht einzelne isolierte Substanzen im Vordergrund, sondern es wird die Wirkung der Lebensmittel als ganzes beobachtet und erfasst. Beschrieben wird ihre Wirkung in Bezug auf Funktionsstörungen und Diagnosen, wie sie in der chinesischen Medizin behandelt werden.

So können Lebensmittel, wenn wir sie als Ganzes zu uns nehmen, mit ihrer Vielzahl an Inhaltsstoffen Krankheiten vorbeugen oder sogar wie ein leicht wirkendes Arzneimittel heilen helfen.