Menstruationsstörungen, Regelschmerzen, Zyklusstörungen - kann Chinesische Medizin helfen?

Alternativen zur Hormonbehandlung.

Regelstörungen = Hormonstörung?

Viele Frauen leiden unter Störungen der Menstruation wie übermäßigen bzw. schmerzhaften Blutungen. Auch verlängerte, verkürzte oder einfach unregelmäßige Regelzyklen sind ein häufiges Problem.

Oft werden diese Störungen mit Hormonpräparaten behandelt. Immer mehr Frauen sind jedoch nicht länger bereit, sich und ihre gesundheitlichen Störungen auf bloßen Hormonmangel reduzieren zu lassen oder fürchten die zahlreichen möglichen Nebenwirkungen und Risiken:

Dazu zählen erhöhte Risiken für:

  • Beinvenenthrombosen mit evtl. lebensbedrohlichen Lungenembolien (besonders bei Raucherinnen)
  • Schlaganfälle (besonders bei Stoffwechselstörungen und Übergewicht)
  • Leberfunktionsstörungen
  • Gebärmutterhalskrebs

Außerdem vielerlei Nebenwirkungen wie z.B.:

  • Stoffwechselstörungen und Gewichtszunahme
  • Vergrößerung der Brust, Haarausfall
  • Erhöhter Blutdruck, Verdauungsstörungen
  • Kopfschmerzen, Depressionen

Wer sich schon einmal die Beipackzettel von Hormonpräparaten angesehen hat, weiß, dass diese Liste nur einen kleinen Ausschnitt der möglichen Nebenwirkungen darstellt. Selbstverständlich leidet nicht jede Frau, die ein Hormonpräparat einnimmt, zwangsläufig an Nebenwirkungen. Allerdings dürften vielen Frauen, die schon einmal Hormonpräparate eingenommen haben, eine oder mehrere der genannten Nebenwirkungen aus eigener Erfahrung bekannt vorkommen.

Darum ist es verständlich, wenn Frauen mit Menstruationsstörungen nach wirksamen und nebenwirkungsarmen Alternativen suchen.

Chinesische Medizin bei Menstruationsstörungen

Aus der Perspektive der Chinesischen Medizin werden Menstruationsstörungen wie Blutungsunregelmäßigkeiten und Regelschmerzen (Dysmenorrhoe) ebenso wie Zyklusstörungen - vereinfacht gesagt - als Dysharmonie zwischen Qi und Blut in der Gebärmutter (Uterus) angesehen.

Als Qi (siehe Artikel "Qi, Yin und Yang - was ist das eigentlich?") bezeichnet man in der Chinesischen Medizin die "aktiven individuellen Energien". Damit kann je nach Zusammenhang die allgemeine Kraftentfaltung des Menschen gemeint sein ("Heute fühle ich mich kräftig!"), oder die Steuerungsfunktion, die das Qi auf verschiedene Abläufe im Körper ausübt, darunter auch auf die Menstruation. Das Blut wird in der Chinesischen Medizin durchaus ähnlich verstanden wie im Westen, nämlich als "stoffliche individuelle Energie", quasi der nährende rote Saft, der von der antreibenden Kraft des Qi durch die Gefäße transportiert wird.

Wenn nun Qi und Blut im Uterus harmonisch zusammenwirken, ist der Zyklus regelmäßig und dauert etwa 28 Tage, die Menstruationsblutung verläuft nicht zu stark und nicht zu schwach, ist schmerzlos und dauert drei bis sechs Tage.

Das gestörte Zusammenwirken von Qi und Blut im Uterus, das als Ursache für verlängerte, verkürzte oder unregelmäßige Zyklen, Schmerzen vor und während der Menstruation (Dysmenorrhoe) und Störungen der Blutungsdauer und -Menge angesehen wird, kann auf Mangelproblemen oder Fließstörungen (Blockaden) von Qi und Blut beruhen. Diese wiederum stehen oft im Zusammenhang mit dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Lebenssituation (z.B. bei Überarbeitung, emotionalem Stress) stehen.

Im Rahmen der Chinesischen Diagnose (siehe dort) werden die Gründe für diese Störungen von Qi und Blut, die bei jeder Frau unterschiedlich sein können, festgestellt und ein individuelles Behandlungskonzept erstellt, dass den harmonischen Fluss von Qi und Blut wiederherstellt.

Auf der Basis des erstellten Konzepts können mit Akupunktur und der Einnahme chinesischer Arzneikräuter (Chinesische Arzneitherapie) die festgestellten Störungen sehr effektiv und schonend behandelt werden. Dabei wird die Behandlung auf den Zyklusverlauf abgestimmt und berücksichtigt - da der Ansatz der Chinesischen Medizin bei Diagnose und Therapie ein ganzheitlicher ist - neben den mit der Menstruation zusammenhängenden Symptomen auch weitere evtl. vorhandene Beschwerden sowie die allgemeine Kräfte- und Lebenssituation.

Eine Arbeitsgruppe der Cochrane Collaboration, einer internationalen, unabhängigen non-Profit-Organisation, die es sich zum Ziel gemacht hat, unbeeinflusst von kommerziellen Interessen wissenschaftliche medizinische Erkenntnisse auszuwerten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat 39 verschiedene Studien zu Therapieverfahren zur Behandlung von Menstruationsschmerzen ausgewertet. Dabei konnte eine Überlegenheit der Behandlung mit Chinesischer Arzneitherapie gegenüber anderen Verfahren einschließlich medikamentöser Schmerzbehandlung ermittelt werden (Chinese herbal medicine for primary dysmenorrhoea, The Cochrane Library 2007, Issue 4, www.thecochranelibrary.com).